Was ist genau schon wieder der Unterschied zwischen Content Fragments und Experience Fragments?

AEM Tipps

Es gibt viele verschiedene Arten, Inhalte in Adobe Experience Manager (AEM) zu verwalten. 

In den letzten Jahren, während ein neues Konzept namens «Headless CMS» aufgekommen ist, hat Adobe AEM ein paar neue Tricks beigebracht, um den Headless-Fans die nötige Unterstützung zu liefern: Content Fragments und Experience Fragments. 

Da diese Funktionen heute immer noch relativ selten genutzt werden und nicht so selbsterklärend sind, wie Adobe dies gerne hätte, stellen wir sie in diesem Artikel vor, erklären die Unterschiede zwischen Content Fragments und Experience Fragments und wie Sie sie im nächsten Projekt verwenden könnten.

Jedem Kanal seinen massgeschneiderten Inhalt 

Traditionellerweise werden Inhalte in Adobe Experience Manager (AEM) direkt auf sogenannten Seiten bearbeitet, wobei diese Seiten mehr oder weniger 1:1 Seiten auf einer Website entsprechen: Bilder werden aus dem DAM via Drag & Drop auf die Seite gezogen, Komponenten in den Platzhaltern definiert, und diese mit getipptem oder kopiertem Text gefüllt. 

Genau so, wie man es seit 20 Jahren schon gemacht hat und heute immer noch tut. Richtig?

Riiiiichtig. Ausser, dass man’s nicht mehr so machen sollte. In den letzten Jahren sind mehr und mehr Kanäle aufgetaucht, wie Mobile Apps, Social Media Accounts, E-Mail-Newsletter und so weiter, die von in AEM verwalteten Inhalten profitieren könnten – und dies auch sollten. 

Natürlich sollen dabei Inhalte nicht 1:1 von der Website übernommen werden, sondern auf die entsprechenden Kanäle angepasst werden – niemand möchte beispielsweise einen ellenlangen Artikel tweeten.

Einige CMS-Anbieter gehen dies durch strikte Trennung von Inhalten und Präsentation an (das Gegenteil von dem, was traditionelle «monolithische» CMS wie ältere Versionen von AEM tun) und manche verzichten komplett auf die Präsentationsschicht und bezeichnen dies als «Headless» [Link to headless article].

Adobe ist nicht der «Headless»-Fraktion beigetreten, hat aber die Möglichkeiten von AEM, Inhalte und seitenbasiertes Content Management zu trennen, weiter ausgebaut: Neu können Texte und Sammlungen von Komponenten genauso im DAM gespeichert werden, wie es schon immer für Bilder und Dokumente möglich war.

Genau genommen können zwei neue Arten von Inhalten im DAM gespeichert werden: Content Fragments und Experience Fragments. 

Experience Fragments sind ein paar zusammengehörende Komponenten 

Beginnen wir mit den Experience Fragments, da deren Konzept etwas einfacher zu verstehen ist. 

Stellen Sie sich die Website eines Reisemagazins vor: Sie enthält diverse Varianten von Teasern, die auf interessante Artikel verweisen.

Diese Teaser besitzen alle dieselben Elemente: einen Titel, ein Bild, einen kurzen Text und den Link zum Artikel selber, auch wenn sie selber etwas unterschiedlich aussehen, je nach dem wo sie verwendet werden: auf der Homepage, in einer Sidebar, oder sogar als Teil eines E-Mail-Newsletters.

Ein Teaser kann als Experience Fragment gespeichert und überall auf der Website, oder gar auf einem anderen aus AEM bewirtschafteten Kanal eingesetzt werden. 

Verschiedene Varianten können erstellt werden, die den Anforderungen der unterschiedlichen Kanäle genügen, beispielsweise mit einem kleineren Bild oder verkürztem Text. 

Ein Experience Fragment ist also nicht mehr als ein bisschen Inhalt, der zusammengehört und ein spezifisches Aussehen hat. Nur eine Menge Komponenten, die zusammen gespeichert und überall wiederverwendet werden können. 

Content Fragments sind strukturierte Daten

Content Fragments hingegen sind genau das, was der Name sagt: Sie sind ein Inhaltsfragment – ohne spezifiziertes Aussehen oder Design. 

Mehr noch, Content Fragments sind strukturierte Inhalte, die auf einem Content Fragment Model basieren. 

Ein Information Architect definiert ein Inhaltsmodell mit dem Content Fragment Model Editor, indem er die verschiedenen Teile (Attribute) des Models definiert, gewissermassen welche Inhalte in einem Content Fragment vorkommen dürfen.

Die Kurzbiografie eines Autors könnte beispielsweise als Content Fragment definiert werden: Sie beinhalten Name und Vorname, E-Mail-Adresse, einen Headshot sowie einen kurzen Text zum Werdegang des Autors – gemäss Definition im Content Fragment Model.  

Wenn das Content Fragment Model mal definiert ist, kann ein Autor beliebig viele Content Fragments abfüllen und im DAM speichern: Vorname «Michael», Name «Grob», und so weiter. 

Content Fragments speichern Daten, aber keine Informationen zur Gestaltung. 

Für unterschiedliche Use Cases können Variationen von Content Fragments erstellt werden, die zwar die gleiche Struktur – gemäss Modell – aufweisen, aber unterschiedliche Inhalte besitzen. Beispielsweise sollte der Haupttext eines Blog-Artikels (auch den könnte man als Content Fragment abbilden) für die Website länger sein, als die entsprechende Zusammenfassung auf einem externen Kanal. 

Und wo sind die Unterschiede?

Content Fragments sind nur Daten, basierend auf einem Model, das die Struktur der Daten definiert – die Kurzbiografie eines Autors, eine Menge von Adressen von Zweigniederlassungen rund um die Welt eines grossen Konzerns, Terme eines Glossars, oder gar die Inhalte der Teaser des Reisemagazins, das wir zu Beginn des Artikels als Beispiel verwendet haben (ja, man kann aus einem Content Fragment ein Experience Fragment basteln!). 

Content Fragments können überall auf der Website eingesetzt werden, auf anderen von AEM gespiesenen Kanälen, oder via Content Services über eine REST-basierte API externen Konsumenten zur Verfügung gestellt werden. 

Experience Fragments auf der anderen Seite, sind eigenständige Experiences – Inhalt und aussehen. Sie können aus beliebigen Gruppen von beliebigen Komponenten aller Art bestehen, ohne Restriktionen zur Struktur der Inhalte. Sie können verwendet werden, um eine Menge von Inhalten zu speichern, die mehrmals an verschiedenen Stellen der Website und weiteren Kanälen eingesetzt werden können. 

Content FragmentsExperience Fragment
Sind nur Daten, ohne Design.
Das Content Fragment Model definiert die Struktur eines Content Fragment. 
Wird in AEM oder über  Content Services für einen “headless” Approach verwendet. 
Aus einem Content Fragment kann ein Experience Fragment erstellt werden.
Sind Inhalte und Design.
Können unterschiedlichste Gruppen von diversen Komponenten sein. 
Experience Fragments können in verschiedenen Varianten innerhalb der Website und externer Kanäle verwendet werden. 
Es ist nicht möglich und würde auch keinen Sinn ergeben, aus einem Experience Fragment ein Content Fragment zu erstellen.

Wann sollen Content Fragments, und wann Experience Fragments verwendet werden?

Es hängt stark vom Anwendungsfall ab, wann ein Experience Fragment, wann ein Content Fragment, und wann keines von beiden eingesetzt werden soll. 

Experience Fragments können dabei aus dem Stegreif direkt angelegt werden, während bei Content Fragments eine gewisse Vorausplanung sinnvoll ist. 

Beide sind aber gute Instrumente, um vielfach verwendete Inhalte effizient zu pflegen, ohne dem Risiko von Copy/Paste-Fehlern ausgesetzt zu sein und können als Lösung vieler Herausforderungen der heutigen Marketing-Welt eingesetzt werden. 

Und falls Sie unsicher sind, wann und wie Content Fragments oder Experience Fragments zu verwenden sind, oder wenn Sie Fragen zur Informationsarchitektur Ihrer Site haben, kontaktieren Sie uns

Michael Grob

Michael Grob

Senior Consultant Digital Marketing

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